Moritz Klotz beim Torwarttraining

Nationaltrainer Pfisterer und Berliner Coach Klotz sammeln Eindrücke beim B2/B3-Lehrgang in Sanremo

Am Wochenende vom 11. – 13. Mai 2012 fand im norditalienischen Sanremo ein Lehrgang der International Blind Sports Federation (IBSA) für Trainer im Sehbehinderten-Fußball (B2/B3) statt. Als deutsche Vertreter reisten B1-Bundestrainer Ulrich Pfisterer sowie der Berliner Trainer Moritz Klotz nach Italien. Das Seminar-Wochenende wurde unter anderem finanziert durch den italienischen Blinden- und Sehbehinderten-Sportverband (FISPIC) sowie durch die UEFA, die es im Rahmen ihres europäischen Fußball-Entwicklungsprojekts förderte.

Insgesamt nahmen 25 Trainer aus 15 verschiedenen Ländern am Seminar teil. Diese kamen u.a. aus Frankreich, Italien, Schottland, Weißrussland, Serbien, Belgien und Spanien.

Da auch der DBS zukünftig den Sehbehindertenfußball in Deutschland stärker etablieren möchte, nahmen der B1-Bundestrainer und Stuttgarter coach Ulrich Pfisterer sowie der Trainer des LFC Berlin und ehemalige Nationaltorhüter, Moritz Klotz, an den Workshops teil.

In Deutschland gibt es aktuell die Regelung, dass auch Spieler mit einem Rest-Sehvermögen (B2/B3) zusammen mit blinden Kickern (B1) in der Deutschen Blindenfußball-Bundesliga (DBFL) teilnehmen dürfen. Dieses ist in Europa eine einmalige Regelung. Damit Chancengleichheit herrscht, werden alle Spieler mit Eye Pads abgeklebt und müssen eine Augenbinde tragen.

In anderen Ländern gibt es dagegen eigene Ligen und Turniere für B2- und B3-Spieler, die in einer Halle und ohne Augenbinde stattfinden. Auf internationaler Ebene werden separate Europameisterschaften für B2/B3-Kicker ausgetragen. Das jüngst zu Ende gegangene Turnier im türkischen Caiseri gewann wiederum der Serien-Europa- und Weltmeister Weißrussland vor Spanien und der Ukraine. Informationen dazu gibt es bspw. hier auf den Seiten der IBSA.

Nach einer Einführung in die Theorie am Freitagabend erläuterten die erfahrenen Trainer den anderen Teilnehmern am Samstag anhand praktischer Übungen die wesentlichen Punkte. Insbesondere der Trainer des Paralympics-Favoriten Weißrussland gab wertvolle Hinweise. Einige anwesende lokale italienische Spieler standen als Probanden zur Verfügung.

Moritz Klotz berichtet, dass insbesondere der Austausch mit den Trainern der anderen Länder sehr fruchtbar und gewinnbringend war. Interessant seien insbesondere die unterschiedlichen Philosophien der einzelnen Länder bei der Etablierung von Strukturen im Sehbehindertenfußball. Bei den praktishen Übungen sei dagegen nicht viel fundamental Neues dabei gewesen, was im deutschen Blindenfußball nicht bereits so oder in ähnlicher Form bekannt sei.

In Deutschland gibt es zwischenzeitlich auch Aktivitäten im B2/B3-Fußball. Im Rahmen des Louis-Braille-Festivals am ersten Juni-wochenende in Berlin fand bereits sogar ein erstes innerdeutsches Turnier statt. In Kürze werden wir an dieser Stelle ausführlicher über den aktuellen Stand des Sehbehindertenfußballs in Deutschland berichten.