Schiedsrichter Gruppenfoto am ende des Lehrgangs

Mit Bravour bestanden

Drei Wochen vor Beginn der Blindenfußball-Bundesliga reisten die Schiedsrichter des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) aus ganz Deutschland nach Hannover, um sich auf die bevorstehende Saison vorzubereiten. Die gute Nachricht vorweg: Alle haben den Regeltest von Obmann Niels Haupt mit Bravour bestanden. Neunzehn Personen aus neun Landesverbänden umfasst die Schiedsrichtergilde des Blindenfußballs mittlerweile. Unter ihnen war auch dieses Jahr ein neues Gesicht. Robert Graeske aus dem Landesverband Brandenburg hat sein Interesse am rasselnden Leder entdeckt. Zudem wird ein alter Bekannter auf gerechte Begegnungen achten. Nijam Hesso freut sich nach zweijähriger Pause wieder Spiele der DBFL pfeifen zu können.

Analyse, Regelkunde und Kopfschutz

Ein umfangreiches Lehrgangsprogramm hatte Schiedsrichterobmann Haupt vorbereitet. Wichtigstes Thema war auch in diesem Jahr die Regelkunde. Diese wurde von mehreren Schiedsrichtern vorbereitet, die ihre Kollegen theoretisch sowie praktisch auf den neuesten Stand brachten. Einen Blick über den Tellerrand brachte Christian Jung mit nach Hannover. In Form von Videosequenzen zeigte er seinen Kollegen Spielweise und Regelauslegung in internationalen Wettbewerben. Jung stand selbst während der Europameisterschaft 2015 in England mehrfach auf dem Platz.

Nach den guten Erfahrungen aus den Vorjahren nahmen sich die Referees auch bei diesem Lehrgang viel Zeit für die Meinungen der Spieler, Trainer und Guides. Lars Stetten, gewählter Mannschaftsvertreter der DBFL-Teams, reiste mit den Ergebnissen einer Umfrage basierend auf den Eindrücken der Aktiven aus der vorangegangenen Saison sowie aus einer Mannschaftskonferenz im März nach Hannover. Insbesondere das Thema Kopfschutz liegt den Mannschaften gegenwärtig am Herzen. Mit dem Fokus darauf, dass dieser nicht nur den Träger schützen, sondern auch alle anderen nicht gefährden darf, möchten die Unparteiischen künftig vermehrt auf dessen Beschaffenheit achten. Auch das Schuhwerk der Spieler wird stärker kontrolliert. Die Aktiven dürfen ausschließlich mit Multinoppen- oder Hallenschuhen den Kunstrasen betreten.

Ligaverwaltung über DFB-Net

Organisatorisch bekommen die Unparteiischen ab der kommenden Spielzeit neben dem Spielerfassungssystem eine weitere technische Hilfe an die Hand. Auf DFB-Net verwaltet der Deutsche Fußballbund sämtliche Ligen in Deutschland. Nun wird dort auch die Blindenfußball-Bundesliga vertreten sein. Neben der Planung der Schiedsrichteransetzungen werden dort im Nachhinein Spielberichte zur internen Verwaltung eingestellt. Für Spieler und Fans gibt es künftig auch über Fussball.de die Möglichkeit, die Ergebnisse und die aktuelle Tabelle anzusehen.

Besuch bei Hannover 96

Mittlerweile auch schon gute Tradition bei den Lehrgängen der Schiedsrichter ist die Analyse der Leistung ihrer Kollegen in der ersten Fußball Bundesliga. Deshalb lud der Niedersächsische Fußballverband dieses Jahr alle Teilnehmer ein, sich gemeinsam das Spiel von Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach im benachbarten Niedersachsenstadion anzusehen.

Beim abschließenden Regeltest meisterten alle Referees den von Niels Haupt erarbeiteten Fragebogen. Nächstes Jahr könnte dieser Test schwieriger werden für die Unparteiischen, da die IBSA ab Oktober ein Überarbeitetes Regelwerk einführen wird. Für die kommende Saison 2016 sind alle neunzehn Schiris aber bestens vorbereitet und freuen sich schon auf den ersten Spieltag in Gelsenkirchen.