Spieler stehen jubelnd im Kreis

Argentinier erhalten eigenes Nationalstadion

Die argentinische Blindenfußball-Nationalmannschaft, auch bekannt als „Fledermäuse“, erhält ihr eigenes Nationalstadion. Im Centro Nacional de Alto Rendimiento Deportivo (CENARD) legte Sportminister Carlos Mac Allister den Grundstein für die neue Heimstätte. Domingo Latela, Präsident der Federación Argentina de Deportes para Ciegos (FADEC), betont die Bedeutung für die weitere Entwicklung des Sports in Argentinien.

Das neue Zuhause der „Fledermäuse“

Die neue Heimat der Fledermäuse wird über einen modernen Kunstrasen, Polycarbonat-Seitenbanden, Zonen für Trainer und Auswechselspieler sowie Schiedsrichter verfügen. Zusätzlich soll ein Turm für TV-Aufnahmen und eine Flutlichtanlage errichtet werden. Zukünftig werden hier Leistungslehrgänge und Länderspiele ausgetragen.

Brasilien Gold wegschnappen

Argentinien befindet sich in der heißen Phase der Vorbereitung auf das paralympische Blindenfußball-Turnier. In Gruppe B treffen die “Gauchos” auf China, Russland und Mexiko. Größter Titelkonkurrent für zwn dreimaligen Weltmeister ist und bleibt Erzrivale Brasilien. Die Gastgeber der Spiele konnten bislang bei allen drei Auflagen paralympisches Gold gewinnen.

Einspielen in Europa

Während ihrer Europareise machten die Argentinier zwei Mal Halt in Deutschland. Im Finale von Regensburg gewann das Team von Trainer Martîn Demonte gegen Deutschland klar mit 5:0. In den zwei Aufeinandertreffen eine Woche später in Göttingen unterlag Deutschland jeweils mit 0:2. Die DBS-Auswahl verlangte dem Paralympics-Medaillenaspiranten dieses Mal deutlich mehr ab.

„Davon haben wir immer geträumt“

Bei der Eröffnung anwesend waren auch der Staatssekretär Luis Mesones und der Präsident des argentinischen Behindertensportverbandes (COPAR) José María Valladares. Argentiniens Kapitän und Ausnahmekicker Silvio Velo sprach von einem „historischen Tag für den Blindenfußball in Argentinien“.
Velo gewann 2002 in Rio de Janeiro und 2006 in Buenos Aires mit seinem Team die Weltmeisterschaft. „Wir waren hier im CeNARD immer zu Hause und sind es jetzt noch viel mehr. Davon haben wir immer geträumt.“

Perfekter Zeitpunkt

Der Zeitpunkt könnte kaum besser gewählt sein. Das neue IBSA-Regelwerk sieht ab 2017 die Umstellung auf die größeren Hockeytore (3,66 x 2,14 m) vor. Das Nationalstadion wird dann bereits über Hockeytore verfügen. FADEC-Präsident und Mitglied des Blindenfußball-IBSA-Subcommittee Domingo Latela sagte in einem Radiointerview:„Blindenfußball muss noch spektakulärer werden.“ Latela, der selbst blind ist, führte weiter aus:„Wir haben im Komitee noch weitere Ziele, um die Sportart attraktiver zu gestalten.“ Neben den neuen Toren wird auch die Spielzeit geändert. In Zukunft dauert eine Halbzeit effektive 20 Minuten, sodass die Zeit nur läuft, solange der Ball im Spiel ist.