Torschuss des Dortmunder Spielers ging knapp am Tor vorbei

Marburg nimmt Kurs auf Titelverteidigung

Die Sportfreunde/Blau-Gelb Marburg marschieren unaufhaltsa der Titelverteidigung entgegen. Am dritten DBFL-Spieltag gewannen die Hessen das Topspiel gegen den zweitplatzierten FC St. Pauli und fuhren auch gegen die SG München/Würzburg drei Punkte ein – wenn auch auf ungewöhnliche Art und Weise.

Kiezkicker in Torlaune

Im Eröffnungsspiel des dritten Spieltags traf der Tabellenzweite und Gastgeber FC St. Pauli auf die Spielgemeinschaft aus Köln und Köppern. Die Norddeutschen machten von Beginn an Druck und kamen durch Serdal Celebi zu einigen Abschlüssen, die aber alle am Tor vorbei gingen oder vom Schlussmann der Kölner pariert wurden. In Spielminute zehn war es dennoch der agile Celebi, der die Hausherren mit 1:0 in Führung brachte. Die SG brachte kaum vernünftige Aktionen nach vorne zustande, einzig Michael Wahl sorgte in Ansätzen für etwas Gefahr im Strafraum der St. Paulianer. Diese ließen den Rasselball gut laufen und man merkte, dass die Kommunikation innerhalb des Teams sehr gut funktionierte. Jonathan Tönsing war es, der das Torekonto der Nordlichter auf 2:0 nach oben schraubte. An diesem Spielstand änderte sich bis zur Pause nichts mehr. Im zweiten Abschnitt wurde der Spielverlauf noch deutlicher: Jonathan Tönsing legte gleich doppelt nach, Paul Ruge trug sich mit ebenfalls zwei Treffern in die Torschützenliste ein. Celibi steuerte zum am Ende vielleicht etwas zu hohen 7:0-Sieg ebenfalls noch einen Treffer bei. Köln fand nach vorne so gut wie gar nicht statt und offenbarte in der Verteidigung eklatante Schwächen. Für St. Pauli ging der Traum vom Titel nach diesem Erfolg weiter.

Chemnitz siegt souverän

Im Match zwischen dem Vorjahreszweiten aus Sachsen und dem Hauptstadtklub war die bessere Spielanlage der Chemnitzer ausschlaggebend. David Lippmann brachte seinen CFC in Führung und trotz eines gut aufgelegten Berliner Schlussmannes Moritz Klotz sorgte Jörg Fetzer mit dem 2:0 für die Vorentscheidung. So siegten die Himmelblauen souverän und verteidigten ihren vierten Tabellenplatz.

Königliche Leistung reicht königsblau nicht

Im dritten Spiel dieses Samstages traf der Rekordmeister aus Stuttgart auf die in dieser Saison schwächelnde Mannschaft des FC Schalke 04. Auf dem Papier eigentlich eine klare Sache, doch die Königsblauen standen hinten passabel und wussten durch die Koparan-Brüder das eine oder andere Mal gut zu kontern. Optisch hatte der MTV in Hälfte eins zwar mehr Ballbesitz, schaffte es aber nicht, diesen in Zählbares umzumünzen. Kurz vor dem Pausentee kamen die Gelsenkirchener zu ihrem vierten Teamfoul. Stuttgart-Kapitän Mulgheta Russom scheiterte zunächst aus acht Metern, da der Schalker Torwart Devran Dönmez aber den Ball außerhalb seines Torraums abwehrte, gab es den fälligen Sechs-Meter gleich hinter her. Wieder trat Russom an, schoss den Ball aber am Gehäuse vorbei. Somit ging es mit einem Remis in die Halbzeitpause.

Im Verlauf des zweiten Durchgangs brachten die Schwaben das Spiel immer besser unter Kontrolle und ließen den Schalkern kaum Räume zum Kontern. Folgerichtig erzielte Stuttgarts Goalgetter Alexander Fangmann das 1:0. Für die Königsblauen ergab sich nach einem Missverständnis bei einem Stuttgart-Freistoß eine Großchance, den Ausgleich zu erzielen. Mulgheta Russom und Florian Günther hatten sich bei der Ausführung des Freistoßes schlecht abgesprochen, Cengiz Koparan war Nutznießer und konnte völlig frei auf das Tor von Fabian Klaputek zulaufen, schoss den Rasselball aber am gegnerischen Kasten vorbei. Das Highlight der Partie war ein Kooperationsprodukt von Russom und Fangmann. Russom lupfte den Ball im Känguru-Sprung über die Schalker Verteidigung, wo Alex Fangmann einlief und zum 2:0-Endstand einschob. Mit diesem Sieg schob sich der MTV auf Tabellenplatz drei.

München bezwingt Dortmund

Im Kellerduell des Samstages traf die SG München/Würzburg
(Tabellensiebter) auf das Team von Viktoria Dortmund (Tabellenachter). Die Viktoria konnte aufgrund von Spielermangel nur mit drei Feldspielern antreten. Eigentlich ein zahlenmäßiger Vorteil für die Bayern. Dies zeichnete sich jedoch nicht spürbar ab – im Gegenteil: Dortmund war von Beginn an das gefährlichere Team und kam vor allem durch Hasan Altunbas zu einigen Torchancen. Bei der SG war wie gewohnt Sebastian Schäfer der auffälligste Spieler, er traf den Pfosten des Dortmunder Gehäuses. In den
letzten fünf Minuten des ersten Durchgangs verflachte das Spiel Zusehens und man merkte beiden Teams an, warum sie eher im unteren Tabellendrittel zu Hause sind. Folgerichtig ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Halbzeit.

Die Anfangsphase des zweiten Spielabschnitts verlief so, wie der gesamte erste Durchgang. Sowohl die bayerische SG, als auch die Dortmunder Viktoria hatten durch ihre stürmer Schäfer und Altunbas einige Torgelegenheiten, konnten diese aber nicht nutzen. Nach einem Würzburger Ballgewinn nahm Schäfer den Ball auf, dribbelte auf das Dortmunder Tor und ließ Keeper Leidecker mit einem Schuss aus fünf Metern dann doch keine Chance. Schäfer war es auch, der nach einer Würzburger Ecke zum 2:0 traf. Für die Westfalen kam es noch schlimmer, nachdem die Teamfoulgrenze erreicht worden war, gab es für die SG die Chance, auf 3:0 zu erhöhen. Georgios Doukas schoss den Ball aber genau auf Leidecker, kein Problem für den Torwart der Westfalen. Im direkten Gegenzug kam Madir, Torhüter der Süddeutschen, aus seinem Torraum und klärte die Kugel, folgerichtig gab es einen 6-Meter für Dortmund und die Chance, den Anschlusstreffer zu erzielen. Altunbas ließ sich diese nicht nehmen und verkürzte 50 Sekunden vor Abpfiff auf 1:2 aus Dortmunder Sicht. Würzburg hatte durch einen weiteren Penalty die Chance zu einem erneuten Treffer zu kommen, Sven Lotter schoss das Leder knapp vorbei.

Dies war die letzte Aktion des Spiels. Die Spielgemeinschaft feierte nach dem 4:4-Unentschieden am ersten Spieltag einen 2:1-Sieg und kann damit auf eine gute Platzierung im unteren Tabellendrittel mit Blick nach oben hoffen.

St Pauli bemüht und dennoch ohne Punkte

Nach zwölf Sekunden war das Spiel gegessen. Direkt vom Anstoß weg zog Taime Kuttig über rechts an der Paulianer Abwehr vorbei und schoss in seiner unnachahmlichen Art aus spitzestem Winkel die Kugel stramm ins lange Eck zur Führung ein. Keine Chance für Pauli-Torwart Sven Gronau. In der Folge zog sich Marburg zurück, ließ die Kiezkicker kommen. Anfangs sprangen bei den Angriffsbemühungen der Nordlichter allerdings keine größeren Torchancen heraus. Auf der Gegenseite schaffte es aber auch Alican Pektas nicht, gefährliche Abschlüsse aufs Gehäuse der Millerntor-Kicker zu bringen. Es entwickelte sich ein Spiel, in dem zwar das Mittelfeld immer schnell überbrückt wurde, aber die entscheidenden Strafraumszenen und Torabschlüsse auf sich warten ließen.

Das änderte sich vor allem im zweiten Spielabschnitt. Neunationalspieler Jonathan Tönsing, aktuell Führender in der Torschützenliste, sorgte für Gefahr in der hessischen Hintermannschaft. Auch Serdal Celebi konnte den ein oder anderen Sololauf starten, aber die Murmel ebenso wenig wie seine Sturmkollegen im Kasten von Nationaltorwart Sebastian Schleich unterbringen. Die größte Möglichkeit hatte kurz vorm Abpfiff erneut Tönsing, der sich durchsetzte und seinen Schuss nur knapp am Winkel vorbeisetzte.

So konnte St. Pauli sich nicht für die Mühen belohnen und Marburg in der Tabelle auf die Pelle rücken. Marburg verteidigte den Platz an der Sonne.

Eine Hälfte reicht

Teil zwei dieses dritten DBFL-Spieltags eröffneten die Teams von Marburg und der SG TSV 1860 München. Die bayerische SG trat nur mit drei Feldspielern an, da Ex-Nationalstürmer Sebastian Schäfer wegen eines anderen sportlichen Wettkampfs nicht am Spielgeschehen teilnehmen konnte. Marburg ging durch den Sieg gegen die Gastgeber des FC St. Pauli mit viel Selbstvertrauen in die Partie und bestimmte diese von der ersten Minute an nach belieben. Bereits in Spielhälfte eins entschieden die Treffer von Alican Pektas (2x), Niklas Schubert und Thomas Horn die Partie. Die Nordhessen hatten zahlreiche weitere Chancen, das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten, diese blieben aber ungenutzt.

Das Spiel wurde wegen einer Verletzung eines Münchener Spielers in der Halbzeitpause abgebrochen. Marburg marschiert somit weiter unaufhaltsam auf den Titelgewinn der Saison 2016 zu.

Verfolger bremsen sich selbst aus

Die Meisterschaft scheint umso mehr entschieden, nachdem sich die Verfolger aus Stuttgart und Chemnitz in ihrem Duell am Sonntagvormittag gegenseitig die Punkte stahlen. Das 1:1-Unentschieden hielt das, was die Partie vorab versprach: ein spannendes Duell auf Augenhöhe. Doch dass es ein so rasantes Spiel werden würde, hatte kaum jemand erwartet. Es war dann Jörg Fetzer, der sein schönes Solodribbling von links kommend aus zentraler Position zur Führung für die Sachsen abschloss. Auf den Rückstand reagierten die bis dahin recht nervösen Stuttgarter mit einer Umstellung. Lukas Smirek wurde fortan von Alex Fangmann im Sturm unterstützt. Allerdings fehlte es den Torabschlüssen des MTV an der notwendigen Präzision. Die CFC-Verteidigung wehrte sich erfolgreich gegen die Angriffsbemühungen der Schwaben. Nationaltorwart Sebastian Themel parierte die Schüsse, die doch den Weg durch die Abwehrreihen fanden. Chemnitz hatte sogar die Chance per Achtmeter den Vorsprung auszubauen, konnte diese Möglichkeit aber nicht nutzen.

Zur Pause führte der CFC weiterhin mit 1:0. Doch auch im zweiten Durchgang schien es lange, als sollten die andauernden Offensivbemühungen der Stuttgarter nicht belohnt werden. Wie am Vortag versuchte Russom es mit einem Ococha-Trick, lupfte den Ball über sich und die massive Abwehr hinweg, nahm ihn dahinter aber dieses Mal selbst an und versenkte die Murmel unhaltbar für Themel zum Ausgleich im Netz. Beide Teams führten die Partie körperbetont und hatten schnell die erlaubten drei Teamfouls erreicht. Als Chemnitz das vierte Foul kassierte, trat Russom zum Achtmeterstrafstoß an. Themel hielt den zu mittig geschossenen Ball aber problemlos. Einmal mussten die Mannen von Coach Michael Falb noch zittern, als MTV-Angreifer Alex Fangmann die Kugel an den rechten Pfosten setzte. Kurz darauf ertönte der Schlusspfiff und die Begegnung endete 1:1. Die Zuschauer sahen ein schnelles Blindenfußballspiel mit attraktiven Torszenen. Der Chemnitzer FC hat nun acht Punkte auf seinem Konto und kann noch maximal auf 17 Punkte kommen.

Der MTV ließ inzwischen fünf Zähler liegen und wird es in diesem Jahr schwer haben noch an St. Pauli, geschweigedenn an Marburg heranzurücken.

Sieger gesucht und fast gefunden

Das Kellerduell fand am Sonntag zwischen Dortmund und der Spielgemeinschaft Köln/Köppern statt. Der Tabellenachte traf auf den Siebten. Trotz der Unterzahl (Dortmund spielte nur mit drei Feldspielern) war das Team um Spielertrainer Hasan Caglikalp in den ersten Minuten das aktivere Team und konnte vor allem durch Hasan Altunbas das eine oder andere Mal gefährlich vor dem Tor der Rheinländer auftauchen. Kurz vor der Pause kassierte die Spielgemeinschaft ihr viertes Teamfoul, Altunbas scheiterte aber aus acht Metern an Keeper Jan Engelland. So zerfahren wie Hälfte eins war, so spektakulär war der zweite Spielabschnitt. Zunächst ging die SG durch ein Eigentor von Caglikalp mit 0:1 in Führung. Im direkten Gegenzug konnte Altunbas für Dortmund ausgleichen. Manch einer hatte sich schon mit dem 1:1 abgefunden, als Köln, das im Laufe der zweiten Hälfte stärker wurde, durch Jonas Fuhrmann kurz vor Schluss die 1:2-Führung erzielte. Sechs Sekunden vor Schluss erhielt Dortmund einen Freistoß aus 24 Metern. Altunbas zog mit letzter Verzweiflung aus dieser Distanz ab, SG-Keeper Engelland verschätzte sich völlig und das rasselnde Leder ging zum 2:2 ins Netz. Ein am Ende gerechtes Ergebnis, in einem sehr unterhaltsamen, aber nicht hochklassigen Spiel.

Souverän zum Abschluss

Zum Abschluss dieses dritten DBFL-Spieltags traf der gastgebende FC St. Pauli auf das Team von viktoria Berlin. Die Kiezkicker wollten nach dem Auftaktsieg gegen die SG Köln/Köppern und der knappen 0:1-Niederlage gegen den amtierenden Meister Marburg den Spieltag mit einem Erfolgserlebnis beenden. Von Beginn an zeigte sich, dass die Norddeutschen klar das spielbestimmende Team waren. Die Nationalspieler Celebi, Tönsing und Narjes hatten einige Möglichkeiten, die St. Paulianer in führung zu bringen. Bei Berlin war Angreifer Edis Veljkovic im sturmzentrum die meiste Zeit auf sich alleingestellt und gegen die gut organisierte norddeutsche Abwehr chancenlos. In Spielminute 21 belohnten sich die Gastgeber und erzielten durch Jonathan Tönsing aus drei Metern das überfällige 1:0. Bis zum Pausentee hatten die St. Paulianer noch weitere Tormöglichkeiten, konnten das Ergebnis aber nicht deutlicher gestalten. In Hälfte zwei setzte sich das Bild aus dem ersten Durchgang fort, die jungen Kiezkicker kamen zu vielen Torchancen und konnten durch Paul Ruge und erneut Tönsing das Ergebnis auf den Endstand von 3:0 schrauben. Berlin war im gesamten Spiel zu harmlos – da konte auch ein Veljkovic nichts drann ändern.