FC St. Pauli erkämpft das Saisonfinale

Die dritte und letzte Partie des Samstags absolvierten der Gastgeber FC St. Pauli und der FC Schalke 04. Für die Elbestädter, die ohne Goalgetter Jonathan Tönsing antreten mussten, sollte es der einzige Akkord an diesem Spieltag bleiben. Die Schalker waren dagegen schon in Takt zwei angekommmen (der umkämpfte Auftakt gegen den BVB ging 0:1 verloren). Eine umkämpfte Partie entschieden die Norddeutschen letztlich mit 2:0 für sich.

Die Rollen in diesem Spiel waren von Beginn an klar verteilt. St. Pauli drückte, Schalke verteidigte und versuchte über Koparan und Kühnlein Nadelstiche zu setzen.

So ging es die ersten fünf Minuten gut, dann musste Keeper Fabian Daun raus, nachdem dieser unglücklich von Narjes bei einem Angriff getroffen wurde. Wir wünschen für den dicken Mittelfinger alles Gute! Marie Schmidt kam zu ihrem ersten Bundesliga-Einsatz. Und ganz bitter für das blau-weiße Herz, dass ausgerechnet der erste folgende Angriff nach dem Torhüterwechsel die – allerdings durchaus verdiente – Führung brachte. Aus Nahdistanz netzt Narjes in der 6. Spielminute ein.

Ein Spielfoto zeigt Rasmus Narjes im Schalker Strafraum halbrechts fünf Meter vor dem Tor. Der Ball hat nach einem Schuss seinen Fuß bereits verlassen. Im Tor erwartet Marie Schmidt den Ball. Sie blickt mit konzentriertem Blick in Richtung des Leders. Hinter Narjes stehen zwei verteidigende Spieler in blau-weißen Trikots, Foto: Tomke Koop.
Von Beginn an im Angriffsmodus: Rasmus Narjes übernahm die sonst für Tönsing reservierte Rolle des Stoßstürmers, Foto: Tomke Koop.

Wenige Minuten später war es dann wieder Narjes, der zuschlug. Zu Beginn des Spieltags hatte der gebürtige Soltauer noch Gastfreundschaft walten lassen und alle persönlich am Eingang des Sportgeländes begrüßt. Davon war nun nichts mehr zu spüren. Ein konsequenter Angriff landete in der 11. Minute aus fünf Metern links unter im Tor.

Danach gestaltete sich die Partie offener. Man muss den Schalkern Respekt zollen, die nicht aufsteckten und ihrerseits in den Angriffsmodus schalteten. Koparan und Kühnlein wirbelten, wie sie konnten und hatten damit großen Anteil daran, dass den knapp 50 Zuschauern, die sich um den Borgweg-Kunstrasen tummelten, ein attraktives Bundesligaspiel geboten wurde.

Ein Foto zeigt Katharina Kühnlein im blau-weiße Trikot mit geflochtenem blonden Zopf. Sie führt einen Blindenfußball über grünen Kunstrasen. Hinter ihr läuft St. Paulis Philipp Versen und schiebt ihr mit seinem Arm in den Rücken. Im Hintergrund kommt Rasmus Narjes angerannt. Zahlreiche Zuschauer stehen, ebenfalls im Hintergrund, außerhalb der Platzes an einer Bande, Foto: Tomke Koop.
Katharina Kühnlein überzeugte bei beiden Samstagsspielen mit mutigem Angriffsspiel, allein ein Tor blieb ihr am Ende verwehrt, Foto: Tomke Koop.

In der Schlussphase merkte man beiden Teams dann die aufreibenden Minuten zuvor an. Spielerische Finesse suchte man fortan immer häufiger, die Zahl an Spielunterbrechungen stieg. Es wäre überzogen, von einem reinen Kampfspiel zu sprechen, aber der punktuell angerührte Defensiv-Beton der Reviersportler trocknete den Spielfluss der Norddeutschen zumindest merklich aus.

Als die Sonne dann gegen 17 Uhr hinter dem Horizont verschwand und das Spielfeld im Schatten lag, war die Teamfoulgrenze der Schalker zwar erreicht, der FC St. Pauli konnte dies aber nicht mehr in Zählbares ummünzen. So war es am Ende einfach, den doppelten Torschützen, Rasmus Narjes, als Matchwinner zu küren. Gleichsam bedarf es keiner tieferen Arithmetik, um dem FC St. Pauli zum Einzug ins Saisonfinale zu gratulieren.

Fazit des Spiels: Für den FC Schalke 04 steht die Saison im Zeichen des Neuanfangs. Neue Spieler und auch Verantwortliche (Guides) benötigen noch Spielpraxis – die Mannschaft muss sich finden. Es geht sicher darum, in der kommenden Saison wieder neue Akzente zu setzen. St. Pauli behält hingegen die weiße Weste und hat bewiesen, dass sie auch ohne Top-Torschützen Jonathan Tönsing offensive Eisen im Feuer haben.

Spieler des Spiels Rasmus Narjes sagte uns nach der Partie:

„Es hat mich heute echt gefreut, vor diesen Zuschauern zu spielen. Es waren so viele nette Leute da und deshalb wollten wir auch das Finale perfekt machen. Bei den Torabschlüssen muss ich noch kühler werden, da bin ich noch nicht Stürmer genug. In der zweiten Halbzeit waren wir im Kopf schon nicht mehr da, das finde ich schade. Wir müssen als Mannschaft wach sein und dann weiterspielen und wir haben dann auch ein bisschen hart gespielt und mehr gewühlt. Das war nicht nötig. Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir hier mit den Mannschaften spielen konnten. Danke auch an alle Helfer. Wer uns jetzt im Finale bevorsteht ist uns eigentlich egal, wir haben beide (Marburg und Stuttgart Anm. d. Red.) geschlagen.“

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