Paukenschlag: BSV 1958 schlägt Stuttgart und schreibt Geschichte

Der Jubel nach dem Spielabpfiff kannte keine Grenzen. Die Spieler des BSV 1958 stürmten aufeinander zu, umarmten sich und schrien ihre Freude heraus. Wenige Sekunden zuvor gelang den Österreichern mit dem 2:1-Erfolg gegen den deutschen Vizemeister MTV Stuttgart der erste Sieg in ihrer Historie in der Blindenfußball-Bundesliga.

Bereits im ersten Durchgang taten sich die Schwaben schwer. In einer Partie mit vielen Zweikämpfen und vielen kleinen Fouls hatte Mulgheta Russom die beste Chance der Partie. Nachdem die Wiener die Teamfoulgrenze überschritten hatten, zielte Russom den fälligen Achtmeter halbhoch links am Tor vorbei. Abseits des „Doublepenaltys“ war es in den ersten 20 Minuten eine Begegnung mit wenig hochkarätigen Chancen, auch weil den Stuttgartern die Durchschlagskraft gegen eine kompaktstehende Wiener Defensive fehlte.

Nach dem Seitenwechsel sorgten die Wiener dann mit einem faustdicken Überraschung, als Mustafa Hosgören von der linken Seite MTV-Keeper Dimitrios Tsioupis zum 1:0 überwand. Mit dem Rücken zur Wand versuchte das Team von Giuseppe Calaciura den Druck zu erhöhen. Immer wieder preschten Russom, Doran Haji oder Lukas Smirek in die Gefahrenzone, ohne aber wirklich gefährlich zu werden. Den aus Stuttgarter Sicht erlösende Ausgleich erzielte Vedat Sarikaya aus halbrechter Position ins linke Eck. „Nach dem 1:0 sind wir hektisch geworden. Wir sind es nicht gewohnt, zu führen in der Bundesliga. Das gab es noch nie“, sagte Wiens Kapitänin Bettina Sulyok im Interview nach der Partie. „Nach dem 1:1 hatte ich das Gefühl, dass wir wieder konzentrierter wurden.“

In den verbleibenden Minuten versuchte der deutsche Rekordmeister den Ausgang der Partie zu seinen Gunsten zu drehen – kassierte aber 20 Sekunden vor Abpfiff den Knockout. Nachdem Stuttgarts Schlussmann Tsioupis außerhalb seines Sechsmeterbereichs war, entschieden die Feldschiedsrichter Dustin Vennemann und Carsten Raschke folgerichtig auf Sechsmeter. Erst scheiterte Hösgeren am Keeper, setzte nach und spitzelte die Kugel über die Linie. „Vom Sieg haben wir geträumt, zumindest von einem Punkt“, sagte Sulyok und lachte.

Für den MTV ist ein bitterer Rückschlag im Meisterschaftskampf. Morgen kann der wohl finale Knockout kommen – um 11.30 Uhr spielen die Schwaben gegen die SF/BG Blista Marburg im Topspiel des zweiten Tags. Die Österreicher sind bereits um 9.30 Uhr gegen Hertha BSC.

Der FC St. Pauli hat indes kampflos sein zweites Spiel gewonnen. Der FC Schalke 04 bekam nicht genügend Spieler zusammen, sodass die Begegnung mit 2:0 für die Hamburger gewertet wurde.

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